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Green-AI Hub Forum 2025

Nachhaltig und zirkulär wirtschaften mit KI

Wie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich für mehr Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft einsetzen, zeigte das Green-AI Hub Forum am 02. Dezember in Berlin. Rund 140 Vertreter*innen des Mittelstandes und KI-Fachleute nutzten die Gelegenheit vor Ort, sich über aktuelle KI-Lösungen, rechtliche Rahmenbedingungen und die Green-AI Hub Pilotprojekte auszutauschen. 

Den offiziellen Start machten die Grußworte von Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesumweltministerium und Dr. Constanze Haug, Geschäftsführerin der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG). Sie hoben hervor, dass KI die Ressourceneffizienz in Unternehmen steigern und zu mehr Kreislaufwirtschaft beitragen kann. Die erfolgreichen Pilotprojekte des Green-AI Hub Mittelstand zeigen eindrücklich, wie KI Produktions- und Dienstleistungsprozesse messbar effizienter macht und so Ressourcen schont. Die Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) unterstützt KMU seit 2022 bei der Nutzung moderner KI-Lösungen und bildet, so Schwarzelühr-Sutter und Haug, die Brücke zwischen mittelständischen Unternehmen, Forschung und Technologieentwicklung und Nachhaltigkeitspolitik. 

(Industrielle) KI als Hebel für Nachhaltigkeit 

In ihrer Keynote zeigte Laura Engelhardt, Siemens AG, wie industrielle KI bereits heute Ressourcen spart, Energieverbräuche optimiert und Produktionsprozesse nachhaltiger gestaltet. 

Im anschließenden Q&A präsentierten Vertreter*innen vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), ZUG und von der MPG Mendener Präzisionsrohr GmbH die Ergebnisse der Green-AI Hub Pilotprojekte: So sparten die Projekte im verarbeitenden Gewerbe auf ein Jahr hochgerechnet rund 320 Tonnen Materialien und erzielten relevante Einsparungspotenziale von bis zu 15 Prozent ihres Material Footprints. 

Praxisimpulse: KI in der Produktion 

Die darauffolgenden Vorträge aus der Praxis unterstrichen, wie mittelständische Betriebe KI in bestehende Prozesse integrieren können – mit messbarem Nutzen für Umwelt und Betrieb. 

Panel: KI für die Circular Economy 

Im anschließenden Panel rückte die Circular Economy in den Mittelpunkt. Laura Engelhardt, Siemens AG, Dr. Friederike Rohde, Berlin Ethics Lab, Dr. Florian Kammerer, Bundesumweltministerium, und Barbara Engels, Institut der deutschen Wirtschaft, diskutierten, wie KI zum starken Treiber zirkulärer Geschäftsmodelle werden kann. Voraussetzung hierfür ist, dass technologische Innovationen, wirtschaftliche Anreize und politische Rahmenbedingungen ineinandergreifen. 

 Guidelines for Green AI 

Dr. Marcus Voß, Birds on Mars & KI Bundesverband, und Marina Köhn, Umweltbundesamt, stellten mit den Guidelines for Green AI des Bundesumweltministeriums Leitplanken für diese nachhaltige Gestaltung von KI vor. Demnach sei es bereits wichtig, KI-Lösungen von der Basis aus pro Umwelt und Klima zu gestalten. Ebenso sollten auf nachhaltige Rechenzentren und Hardwarekomponenten, eine umweltbewusste Nutzung und Rebound-Effekte geachtet werden. 

Workshops: Hands-on-Wissen für den Mittelstand 

In parallelen Workshops rückten die Erfahrungen aus den Green-AI Hub Pilotprojekten in den Fokus. Ob bei der visuellen Qualitätskontrolle in der Kreislaufwirtschaft, beim Heben von Datenschätzen oder bei der Frage, wann ein Unternehmen wirklich „KI-fit“ ist – deutlich wurde: Erfolgreiche KI-Projekte brauchen saubere Daten, klare Zieldefinitionen und ein enges Zusammenspiel zwischen Fachwissen und Technologie. 

Die Teilnehmenden nahmen praxisnahe Learnings mit, darunter bewährte Vorgehensweisen, typische Stolpersteine und konkrete Handlungsempfehlungen für den eigenen KI-Einstieg. 

 Austausch, Netzwerk, Ausblick 

Die Präsentation aktueller KI-Demonstratoren in der Networking-Arena und das abschließende Get-together boten den Teilnehmenden zahlreiche Gelegenheiten, Gespräche zu vertiefen und Kooperationen anzubahnen. Das Green-AI Hub Forum zeigte einmal mehr, wie stark die Verbindung aus KI und Nachhaltigkeit sein kann – und wie groß das Interesse im Mittelstand bereits ist, KI verantwortungsvoll einzusetzen. Mit klaren Leitlinien, praktischen Lösungen und einem starken Netzwerk unterstützt der Green-AI Hub Unternehmen auf dem Weg zu einer ressourceneffizienten und zukunftsfähigen Wirtschaft. 

 

Die Rolle des VDI Technologiezentrums 

Im Auftrag des BMUKN koordiniert die ZUG die Umsetzung des Green-AI Hub Mittelstand. Als Auftragnehmer der ZUG übernehmen wir als VDI Technologiezentrum (VDI TZ) zusammen mit dem VDI ZRE, DFKI und Wuppertal Institut den Aufbau und den Betrieb der Initiative. Wir sind insbesondere für den Aufbau des KMU-Netzwerks, die Wissensangebote und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.