ZTC-Studie analysiert Instrumente für mehr Ressourceneffizienz

Mehr Wohlstand – weniger Ressourcen

Meldung vom 15. Dezember 2011 aus dem Bereich Innovationsbegleitung. Kategorie ist Studien & Analysen. Quelle: VDI Technologiezentrum GmbH

Cover der Broschüre Mehr Wohlstand - weniger Ressourcen, welches ein Straßenverkehrsschild zeigt, auf dem steht: Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs frei.
ZTC-Studie „Mehr Wohlstand – weniger Ressourcen“ (Quelle: VDI Technologiezentrum GmbH))

Sollten Ressourcen bei ihrem Eintritt in das Wirtschaftsgeschehen durch eine Materialinputabgabe besteuert werden? Müssen strengere Gesetze aufgelegt werden, die zum Beispiel vorschreiben, wie viel Energie ein Haus verbrauchen darf? Oder liegt die Macht nicht vielmehr beim Verbraucher, der – informiert durch entsprechende Kennzeichnungen – seine Konsumentscheidungen anhand von Ressourceneffizienzkriterien besser fällen kann? Welchen Stellenwert haben freiwillige Initiativen der Industrie wie Normen und Richtlinien?

40 Prozent der weltweit produzierten Lebensmittel werden weggeworfen. 50 Prozent der in Deutschland vertriebenen Zeitschriften erreichen nie einen Käufer. Die Analyse der Instrumente hat gezeigt, dass die größten Hebel für mehr Ressourceneffizienz am Ende der Wertschöpfungskette liegen. Maßnahmen, die an dieser Stelle ansetzen, sind besonders effektiv. Denn wenn am Ende der Wertschöpfungskette der Verbrauch reduziert werden kann, verringert sich der Ressourceneinsatz entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis hin zur Rohstoffgewinnung.

Darüber hinaus sollten Instrumente offen für Innovationen sein, Rebound-Effekte berücksichtigen und globale Wertschöpfungsketten adressieren. Dabei muss eine grenzüberschreitende Wirkung von Instrumenten nicht zwangsläufig langwierige Verhandlungen um internationale Abkommen nach sich ziehen. Allein die Marktgröße der EU kann durchaus Anreize für Zulieferer weltweit bieten, ihre Produktion EU-weit gültigen Gesetzen anzupassen.

Die Studie „Mehr Wohlstand – weniger Ressourcen. Instrumente für mehr Ressourceneffizienz in Wirtschaft und Gesellschaft“ analysiert die Potenziale und Wirkungen von Maßnahmen aus den Bereichen Markt, Regulation, Information und Selbstorganisation. In den vier Bedürfnisfeldern Mobilität, Ernährung, Information und Kommunikation, Bauen und Wohnen wird anhand von Beispielen aus dem In- und Ausland untersucht, wie Menschen dazu veranlasst werden können, ressourceneffizienter zu wirtschaften und zu leben. Das internationale Spektrum der Strategien und Instrumente reicht dabei von der strikten Regulation der Zahl der PKW-Neuzulassungen in Singapur bis hin zur vollständigen Abschaffung der Agrarsubventionen in Neuseeland.

Die Publikation „Mehr Wohlstand – weniger Ressourcen. Instrumente für mehr Ressourceneffizienz in Wirtschaft und Gesellschaft“ wurde im Auftrag des VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) erstellt. Sie erscheint als Band 94 in der ZTC-Reihe „Zukünftige Technologien“ und steht kostenfrei zur Verfügung.

Tags: Produkt- und Produktionsintegrierter Umweltschutz, Technische und gesellschaftliche Entwicklung, Umwelt, Verbraucherfragen, Zukünftige Technologien (ZTC-Reihe), Rohstoffe, Energie, Gesellschaft, Ressourceneffizienz, Zukunftsfähigkeit, Automobil, Elektromobilität