REHACARE: Hilfsmittel mit 3D-Drucker, Lasercutter & Co. selber machen

Meldung vom 22. August 2017 aus dem Bereich Forschungsförderung. Kategorie ist Optische Technologien. Quelle: VDI TZ

Das Light Cares-Projekt „Made for my Wheelchair“ zeigt auf der REHACRE in Düsseldorf eine Do-It-Yourself-Beleuchtung für elektrische Rollstühle. (Quelle: © be able e. V., Foto: Jonas Schubert)

Ob Laser-Radar im Hut, individuelle Prothesen aus dem 3D-Drucker oder Open Source Add-Ons für Rollstuhlfahrer: Die Gewinnerprojekte des Wettbewerbs „Light Cares“, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgerufen wurde, entwickeln Hilfsmittel, die den Alltag von Menschen mit Behinderung erleichtern. Die Projekte mit ihren innovativen Lösungen können vom 4. bis 7. Oktober 2017 auf der REHACARE in Düsseldorf in Halle 4 G03 am Light Cares-Messestand ausprobiert werden.

Open Source sei Dank: Passgenaue Hilfen entwickeln – und mit anderen teilen
Unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ arbeiten in den Light Cares-Projekten Menschen mit Behinderung, Forscher aus Unternehmen und Instituten sowie Maker aus öffentlich zugänglichen Werkstätten (sogenannte FabLabs oder MakerSpaces) direkt zusammen. Das Ziel: Mit Hilfe der neuen Werkzeuge des Lichts wie Laserscanner, Lasercutter, 3D-Drucker & Co. sollen sich Menschen mit Behinderung ihre passgenauen Hilfsmittel für ein selbstbestimmtes Leben eigenständig herstellen können.

Eine weitere Besonderheit: Die Daten aus den Projekten, wie beispielsweise Baupläne oder 3D-Modelle, werden in gängigen Internetplattformen nach dem Open Source-Prinzip für jeden frei zur Verfügung gestellt. So können sich Interessierte die Daten herunterladen, um sie für ihre eigenen Projekte zu nutzen und weiterzuentwickeln. So können sich beispielsweise Rheumapatienten die Baupläne von Schreibhilfen im Web herunterladen, sie individuell nach ihren Bedürfnissen anpassen und mit dem 3D-Drucker ausdrucken.

„Light Cares“ – Gewinnerprojekte stellen sich auf der REHACARE vor
Die auf der REHACARE vorgestellten Projekte sind die Gewinnerprojekte des Wettbewerbs „Light Cares – Photonische Technologien für Menschen mit Behinderung“ und werden vom BMBF mit insgesamt einer Million Euro gefördert. Der Wettbewerb ist Anfang 2016 gestartet. Die ersten Projekte wurden im Sommer 2017 abgeschlossen, die letzten Projekte beenden ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeiten Mitte bzw. Ende 2018. Sie alle werden vom BMBF im Rahmen des Programmes „Photonik Forschung Deutschland“ gefördert.

Zu den ausgezeichneten Projekten gehören unter anderem:

APROACH: Kostengünstige Exoskelette für Kleinkinder
Ziel des Projekts ist es, aktive Orthesen für Kinder und Jugendliche inklusive Sensoren und Aktoren mit kostengünstigen Maker-Materialien herzustellen. Die Orthesen sollen dabei individuell angepasst und mit dem 3D-Drucker ausgedruckt werden.

LIDARSEE: Das Laser-Radar im Hut
Kleine, kostengünstige LiDAR-Detektoren bilden das Herzstück des Projekts für Menschen mit Sehbehinderung. Ein Laser-Sensor auf dem Kopf scannt die Umgebung und erkennt Hindernisse. Über einen Handschuh wird das Feedback per Vibration gegeben und warnt so den Nutzer.

Made for my Wheelchair: Barrierefreiheit aus dem 3D-Drucker
Ein Team von Rollstuhlbenutzern, Technikern und Designern entwickelt in diesem Projekt Produkte für elektrische Rollstühle, die mit offen zugänglichen und kostengünstigen Maker-Technologien hergestellt werden können. Erste Produkte sind Beleuchtungssets und Transportanhänger.

Einen Gesamtüberblick der Projekte mit weitergehenden Informationen erhalten Sie unter: https://www.photonikforschung.de/media/open-innovation/pdf/LightCares_REHACARE2017_Aktionen_Workshops.pdf

Interessierte können die Projekte vom 4. bis 7. Oktober 2017 auf den Light Cares-Messestand des BMBF in Halle 4 G03 auf die REHACARE in Düsseldorf begutachten. Neben den Projekten mit Ausstellungsstücken zum Anfassen und Ausprobieren ist auch ein kleiner Werkstattbereich mit 3D-Druckern geplant, in dem Hilfsmittel wie Prothesen live vor Ort ausgedruckt werden.

Tags: Photonik Forschung Deutschland, BMBF