Perspektiven für eine Karriere in der Welt des Lichts

Photonik-Akademie 2012 voller Erfolg: 40 Studenten erlebten Laserpraxis hautnah

Meldung vom 12. April 2012 aus dem Bereich Innovationsbegleitung. Kategorie ist Optische Technologien. Quelle: VDI Technologiezentrum GmbH

Die Teilnehmer der Photonik-Akademie 2012. Mit dabei: BMBF-Referatsleiter Dr. Frank Schlie-Roosen (v.Reihe,2.v.li) und RWTH-Rektor Prof. Ernst M. Schmachtenberg (h.Reihe Mitte). © Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT, Aachen

„Es ist unglaublich faszinierend zu sehen, was man heute bereits alles mit dem Laser machen kann“, lautet das Fazit gleich mehrerer Studenten, die gerade eine aufregende Laser-Praxiswoche hinter sich gebracht hatten. Die insgesamt 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Photonik-Akademie 2012 zum Thema „Laser und Lasermaterialbearbeitung“ hatten sich in der letzten Märzwoche dieses Jahres intensiv mit der Wissenschaft rund um dieses besondere Licht mit all seinen Facetten beschäftigt.

Das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Aachen, unter der Leitung von Professor Reinhart Poprawe, war Gastgeber der ersten Photonik-Akademie, die im Rahmen der Nachwuchsinitiative „Photonik Campus Deutschland“ vom Bundesministerim für Bildung und Forschung (BMBF) und der gesamten deutschen Photonik-Branche getragen wurde. Die VDI Technologiezentrum GmbH war im Auftrag des BMBF für die Organisation und Durchführung der Photonik-Akademie mitverantwortlich.

Laser zum Anfassen


„Wir wollen das grundlegend geweckte Interesse der Teilnehmer an der Photonik durch Erstberührung hintermauern, und das so faszinierend wie möglich“, so Professor Poprawe, zur Intention der einwöchigen Veranstaltung. Schon am ersten Tag konnten die angehenden Akademiker nach einer Reihe von interessanten Laser-Vorträgen einen Blick in die Labore des ILT werfen.

Am nächsten Tag gab es dann jede Menge „Laser zum Anfassen“. Die Firma EdgeWave in Würselen, ein Spin-Off des ILT, gewährte Einblicke in die Fertigung von Lasern. Bei cleanLASER in Herzogenrath, einem weiteren ILT-Spin-Off, durften die zukünftigen Photonik-Experten dann selbst an den Abzug. Mit einer handgeführten Laseroptik, ähnlich einer „Laserkanone“ aus einem Science-Fiction-Film, konnten sie auf eine Gussform „schießen“, um sie zu reinigen. „Das ist cool, von allem was wir bislang gesehen haben hat das hier am meisten geflasht“, so das Urteil der jungen Forscher. Zum Abschluss des Praxistages konnten die Teilnehmer einen Blick in das Lumiblade Creative Lab der Firma Philips in Aachen werfen und sich Beleuchtungstechnologie von morgen auf Basis organischer Leuchtdioden (OLED) ansehen.

Direkter Kontakt zur Photonikbranche


Auch der dritte Tag der Akademie hielt den Bezug zur Praxis, zunächst mit einem Besuch der Firma Laserline in Mülheim-Kärlich. Abends trafen die Studenten bei einem gemütlichen Kaminabend im Eulenhof, dem internationalen Begegnungszentrum der Uni Stuttgart, namhafte Vertreter aus der Photonik-Branche. Die Vertreter von Bosch, Daimler, VDMA, Polytec und IFSW wurden von den Studenten mit Fragen über Berufsaussichten, den Anforderungen der Wirtschaft an angehende Akademiker und den Einstieg ins Berufsleben regelrecht gelöchert.

Am vierten Tag stand ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm. Der Tag führte die 40köpfige Gruppe samt Betreuer zu einem Big Player der Lasertechnik, der Firma TRUMPF in Ditzingen bei Stuttgart. Mit einem Umsatz von mehr als 2 Milliarden Euro im Jahr gehört TRUMPF zur Weltspitze im Bereich industrieller Laser. Das Unternehmen gewährte den Besuchern tiefe Einblicke in die Arbeitswelt eines Laser-Ingenieurs. In den großen Hallen des Unternehmens durften die Teilnehmer der Photonik-Akademie direkt in die faszinierenden Produktionsprozesse von Lasermaschinen einsehen. Besonders beeindruckend war jedoch die Live-Demonstration der gigantischen Werkzeugmaschinen.

Nach Theorie und Praxis ging es im letzten Teil der Akademie um die so genannten Soft Skills, um Selbstreflexion, Methodenkompetenz und Präsentationsstärke. In der Abschlusszeremonie erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Urkunden aus der Hand von Professor Ernst M. Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen und Dr. Frank Schlie-Roosen, Fachreferatsleiter für Photonik und Optische Technologien beim BMBF.

„Frauenquote“ voll erfüllt


Für die Photonik-Akademie hatten sich 124 Studentinnen und Studenten aus dem gesamten Bundesgebiet beworben, von denen 40 Kandidaten schließlich ausgewählt wurden. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass sich unter den 40 Besten auch 10 Studentinnen befanden, was einer Frauenquote von 25 Prozent entspricht. Die Teilnehmer kamen ausschließlich aus naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen, die meisten sind angehende Physiker, aber es waren auch Studenten der Fachbereiche Elektrotechnik und Maschinenbau dabei.

In den kommenden Jahren sollen Akademien zu weiteren Photonik-Schwerpunkten folgen. „Die Einblicke in die praktische Arbeit bei den Firmenbesichtigungen und die Möglichkeit, mich mit den anderen Studenten auszutauschen, haben mich überzeugt“, so einer der Teilnehmer, und weiter: „Wenn es möglich wäre, würde ich auch an den weiteren Akademien teilnehmen.“

Hintergrundinformationen


Die Photonik ist bereits heute Deutschlands führende Zukunftsbranche mit einem Jahresumsatz von rund 30 Milliarden Euro. Und sie wird weiter wachsen. Professor Poprawe: „Wir haben Umsatzsteigerungen von rund 10 Prozent p.a. in den letzten Jahren. Das macht deutlich, dass auch der Bedarf an gut ausgebildeten Wissenschaftlern und Technikern stetig steigen wird“. Experten rechnen mit einem Bedarf von bis zu 9.000 Akademikern in der Branche bis 2015/16.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Photonik mit dem zu Jahresbeginn gestarteten Programm „Photonik Forschung Deutschland“ mit ca. 100 Millionen Euro pro Jahr. Das BMBF ist auch Partner der branchenübergreifenden Initiative „Photonik Campus Deutschland“, der neben den Wirtschaftsverbänden SPECTARIS, VDMA und ZVEI auch Institute der Fraunhofer-Gesellschaft und Unternehmen aus der Photonik-Branche angehören. „Uns geht es aber nicht nur um die gezielte Nachwuchsförderung. Uns geht es auch um die Wahrnehmung unserer Branche in der Gesellschaft. Das ist ein dynamischer Prozess. Je intensiver wir wahrgenommen werden, desto mehr junge Menschen werden sich für einen Beruf in unserer Branche entscheiden“, so Poprawe.

BMBF-Fachreferatsleiter Schlie-Roosen fügt hinzu „Das Thema Photonik ist nicht so allgegenwärtig und populär wie zum Beispiel der Automobilbau oder die Informationstechnologie“. Schlie-Roosen weiter „Dennoch ist sie eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft. Die entscheidende Frage ist: Wen erreicht man wo am besten? Die Photonik-Akademie 2012 ist ein Schritt in die richtige Richtung. Nach der zweiten und dritten Akademie werden wir beurteilen können, was wir erreicht haben und wo wir stehen.“

Auf der Hannover Messe 2012 wird die Initiative „Photonik Campus Deutschland“ am 23. April 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Tags: Photonik, Photonik-Akademie, Photonik Campus Deutschland, BMBF, Laser, Lasertechnik, Materialbearbeitung