Innovations- und Technikanalyse zur Elektromobilität: Neue Gewohnheiten oder weiter wie bisher?

Kurzstudie analysiert Wechselwirkungen zwischen technischen und sozio-ökonomischen Entwicklungen

Meldung vom 18. November 2011 aus dem Bereich Innovationsbegleitung. Kategorie ist Elektromobilität. Quelle: VDI Technologiezentrum GmbH

Das zukunftsweisende Thema Elektromobilität wurde beim ITA-Monitoring als relevantes Thema für die Innovations- und Technikanalyse (ITA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) identifiziert. Aktuelle Untersuchungen zur Elektromobilität, die in der Studie ausgewertet wurden, zeigen, dass potenzielle Kunden zurzeit häufig durch die hohen Anschaffungskosten und den erwarteten Wertverlust eines Elektroautos vom Kauf abgeschreckt werden. Dennoch wird die vollständige Anschaffung eines Autos mit alternativem Antrieb in den meisten Fällen anderen Geschäftsmodellen, wie etwa dem Leasing, vorgezogen. Auch bevorzugt eine große Anzahl potenzieller Kunden eine Auflademöglichkeit zu Hause. Ebenso wie die generelle Einstellung zu einem Auto mit alternativem Antrieb verändern sich auch die Mobilitätsmuster von Verkehrsteilnehmern kontinuierlich und haben damit wiederum Einfluss auf die Markterschließung und Ausgestaltung der Elektromobilität.

Ein Beispiel: Zurzeit werden die geringen Elektroauto-Reichweiten von rund 100 Kilometern von vielen Autofahrern in Umfragen als Nachteil angegeben. Demgegenüber steht jedoch der empirische Befund, dass der durchschnittliche Autofahrer in Deutschland in 80 Prozent der Tage im Jahr tatsächlich weniger als 40 km zurücklegt. Studien mit Pilotnutzern zeigen entsprechend, dass die Nutzer sich insbesondere an die kürzere Reichweite relativ schnell gewöhnen. Auch die Zeit für das Laden der Batterie wird bald in die Alltagsroutinen integriert.

Zur zukünftigen Entwicklung der Elektromobilität lassen sich also grundsätzlich zwei Erwartungshaltungen in der Gesellschaft aufzeigen. Einerseits sollen Elektromobile bisherige Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ersetzen, so dass der Fokus in Forschung und Entwicklung vor allem auf der technischen Leistungsfähigkeit der alternativen Antriebe sowie den Kosten liegt. Andererseits sind viele Nutzer noch eher zögerlich gegenüber Elektroautos. Die Kurzstudie zeigt auf, dass noch ein dritter Faktor Einfluss auf die zukünftige Entwicklung von Mobilitätsformen hat: Mobilitätsmuster ändern sich in der Regel auch im Wechselspiel mit dem Angebot an technologischen Entwicklungen, das heißt, die Nutzerwartungen passen sich häufig an neue Optionen an. Die Kurzstudie von Zukünftige Technologien Consulting behandelt diese und weitere aktuelle Fragestellungen der Elektromobilität, wie beispielsweise den Einfluss von Elektromobilität auf Wirtschaftsstrukturen, Ausbildung sowie die Ökologie und gibt Hinweise zur methodischen Erforschung des Themas Elektromobilität.

Damit richtet sich die Studie an alle Akteure in der Elektromobilität, die einen Überblick zum Stand von Forschung und Entwicklung sowie über zukunftsweisende Trends gewinnen möchten.

Die Publikation „Elektromobilität. ITA-Kurzstudie“ erscheint als Band 93 in der ZTC-Reihe „Zukünftige Technologien“ und ist kostenfrei zu beziehen.

Tags: Automobil, Elektromobilität, Verkehr, Technische und gesellschaftliche Entwicklung, Zukünftige Technologien (ZTC-Reihe)