BienABest: Hilfe für die Wildbienen

Meldung vom 23. Juni 2017 aus dem Bereich Innovationsbegleitung. Quelle: VDI TZ

BienABest sichert Wildbienenbestände und Bestäubungsleistung in Deutschland, hier: braungefärbte Ackerhummel (Bild: Woppowa)

Wildbienen übernehmen eine Schlüsselrolle in der Bestäubung und erfüllen so eine wichtige Funktion im Ökosystem: Sie bestäuben rund ein Drittel aller Wild- und Kulturpflanzen. Mit dieser bedeutenden Ökosystemleistung garantieren sie die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse und tragen zum Erhalt der Biodiversität bei. Seit einigen Jahren beobachten Fachleute einen dramatischen Rückgang der Wildbienenpopulationen und -arten. Ziel des Projekts „Standardisierte Erfassung von Wildbienen zur Evaluierung des Bestäuberpotenzials in der Agrarlandschaft“ (BienABest) ist es, die Ökosystemleistung der Wildbienen zu sichern und wieder zu steigern. Im Rahmen von „BienABest“ sollen Verfahren entwickelt und standardisiert werden, die im Anschluss an das Projekt als Basis für ein systematisches Monitoring genutzt werden können, um Überprüfbarkeit und Qualitätssicherung zu gewährleisten.

Vorgehen
An 60 ausgewählten Standorten in Agrarlandschaft und in der Nähe zu Naturschutzgebieten Deutschlands werden so genannte Wildbienenweiden aus gebietsheimischen Wildkräutern und einzelnen Kulturpflanzen angelegt. Zudem werden in direkter Nachbarschaft Nistgelegenheiten – insbesondere für im Boden brütende Wildbienenarten – geschaffen. Auf diese Weise soll die Biologische Vielfalt von Wildbienen gefördert und damit das Bestäuberpotenzial gesteigert werden. Die einzelnen Arten und Populationen werden, ohne sie zur Bestimmung zu töten, qualitativ und quantitativ erfasst. Begleitend werden Schulungen entwickelt, um die taxonomischen Kenntnisse über Wildbienen und ihre Nahrungspflanzen zu stärken. So soll wissenschaftlicher Nachwuchs ausgebildet werden, der zukünftig standardisierte Felderfassungen durchführen kann.

Partner
Die Gesamtkoordination des Projekts „BienABest“ liegt beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI e.V.). Dieser führt in seiner Gesellschaft Technologies of Life Sciences das auf 6 Jahre angelegte Projekt zusammen mit dem Institute of Evolutionary Ecology and Conservation Genomics an der Universität Ulm durch. Die Universität Ulm ist unter anderem für die Feldarbeiten und Entwicklung eines Lebendbestimmungsschlüssels verantwortlich. Unterstützt wird der VDI e.V. in einem Unterauftrag von der VDI Technologiezentrum GmbH (VDI TZ). Die Innovationsberaterinnen und -berater der VDI TZ übernehmen hierbei hauptverantwortlich die Betreuung der ehrenamtlichen Arbeitsgruppen, die im Projektzeitraum die VDI-Richtlinien erarbeiten werden. Die durch externe Fachleute besetzten Gremien werden von der VDI TZ sowohl inhaltlich als auch organisatorisch unterstützt. In der Serie VDI 4340 werden vier VDI-Richtlinien veröffentlicht:

  1. Standardisierte Erfassung von Wildbienen
  2. Etablierung von Wildbienenhabitaten in der Agrarlandschaft
  3. Feldbestimmungsschlüssel für Wildbienen
  4. Schulungen für Freilanderhebungen

Über die Richtlinienerstellung hinaus übernimmt die VDI TZ einen Teil der Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der Gestaltung von Publikationen, Informationsmaterial und der Projekthomepage www.bienabest.de (derzeit noch im Aufbau).

Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert. Finanziell unterstützt wird das Projekt weiterhin vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, BASF SE und dem Bee Care Center der Bayer AG.

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Tags: Projekt, Biologie, Wildbienen