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Transferveranstaltungsreihe "KI nutzen"

Kiel im KI-Dialog: Wege zum erfolgreichen KI-Einsatz in Unternehmen

Welche Potenziale bietet Künstliche Intelligenz (KI) für Unternehmen in der Region Kiel? Wie können Beschäftigte mitgenommen werden und welche Rahmenbedingungen braucht es? Darüber diskutierten Expertinnen und Experten aus Schleswig-Holstein beim Diskussionsabend des VDI Technologiezentrums und der Plattform Lernende Systeme am 2. Juli in der Merkur Ostseehalle in Kiel.

„Veranstaltungen wie diese bringen die richtigen Partner zusammen“, betonte Dr. Bernd Roß vom Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur gleich zu Beginn mit Blick auf das vielfältige Panel. Organisiert von der Plattform Lernende Systeme und dem VDI TZ brachte der Diskussionsabend sowohl Fachleute aus Unternehmen, KMU und Start-ups sowie aus Forschung und Gewerkschaften an einem Tisch, um die KI-Transformation in der Region Kiel zu beleuchten. 

KI menschengerecht im Unternehmen einsetzen

Im ersten Panel widmeten sich die Expertinnen und Experten der Frage, wir KI menschengerecht im Unternehmen eingesetzt wird. Dr. Frank Scholz, Geschäftsführer CITTI Handelsgesellschaft, erläuterte, dass Robotik und KI im Transport und der Logistik eine bedeutende Rolle spielen könnte. Im Großhandel sieht man immer häufiger, dass Plattformen mit Plattformen kommunizieren. 

Katharina Bischoff, Portfolio Managerin bei Consist Software Solutions, brachte die Mittelstandsperspektive ein: Die größte Hürde in KMU ist selten die Technologie selbst, sondern fehlendes Know-how und Zeit, um tragfähige KI-Strategien zu entwickeln. Zentral sei, die Sorgen der Mitarbeitenden, wie sich die eigene Arbeit durch den Einsatz von KI verändert, frühzeitig aufzugreifen. 

Wie das bereits in der Ausbildung gelingt, zeigte Cem Selvi, Ausbildungsleiter bei TKMS: Mit einem KI-Führerschein, einem Schulungsformat. werden Ausbilderinnen und Ausbilder gezielt an die Technologie herangeführt. Setzen sie KI selbstverständlich ein, ziehen auch die Auszubildenden mit. Dr. Maike Splittgerber, Team Lead Operations AI bei TKMS, ergänzte: Neue KI-gestützte Prozesse entstehen stets mit Blick auf die Beschäftigten, ob beim Einsatz von Large Language Models (LLMs) oder beim VR-gestützten Schweißtraining.

Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis

Ulrike Wielatt, Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH und Prof. Jens Lüssem von der Hochschule für Angewandte Wissenschaft Kiel blickten auf den Transfer von KI. Wissen aus Forschung soll schnell in der Praxis und bei den Unternehmen ankommen. Wie erfolgreich das gelingt, zeigt der Pflegeroboter der HAW Kiel: Er entstand aus einem Forschungsprojekt und kommt in Pflegeheimen zur Anwendung.

Rahmenbedingungen für KI im Betrieb

Im zweiten Teil der Veranstaltung diskutierten die Teilnehmenden, welche Voraussetzungen Unternehmen für den KI-Einsatz benötigen. Dr. Miriam Maibaum, Projektleiterin ZGKI, brachte es auf den Punkt: KI entfaltet ihren Nutzen dort, wo sie konkrete Probleme löst. Unternehmen sollten den Blick auf spezifische Anwendungsfälle richten, nicht auf die verfügbaren Tools.

Einigkeit im Panel bestand darin, dass gerade KMU vor Herausforderungen bei der rechtlichen Einordnung von KI-Anwendungen stehen, insbesondere in den Bereichen Datenschutz und Compliance. Stephanie Schmoliner, Geschäftsführerin der IG Metall Kiel, betonte: Sozialpartner leisten nicht nur rechtliche Unterstützung, sondern begleiten auch kulturelle Debatten – bis hin zur Frage, ob eine KI künftig Lohnsteuer zahlen sollte. Ingo Scheuse verwies auf den großen Wunsch nach Erfahrungsaustausch: Der Unternehmensverband Kiel stärkt dafür gezielt die regionalen Netzwerkstrukturen.

Wie hoch der Beratungsbedarf in der Region ist, verdeutlichte Eike Zimmermann, Projektleiter bei KI.SH: Allein in Schleswig-Holstein gibt es rund 123.000 KMU, darunter zahlreiche Handwerksbetriebe. Ziel sei es, Methoden zu vermitteln und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten: Wer versteht, wie ein Problem zu lösen ist, entwickelt ein Gespür für die Kosten von KI.

Carsten Robitzki, Geschäftsführer von SNAIC, sprach Finanzierungsfragen an: Förderung für Start-up-Pilotprojekte kommt oft von Kunden, die Interesse zeigen und Budgets freigeben. Robitzki plädierte für langfristigere Förderstrukturen in Deutschland.

Mut zum Ausprobieren und der Mensch im Mittelpunkt

Alle Beteiligten teilten eine zentrale Botschaft: Der Einstieg in KI muss kein Großprojekt sein. Entscheidend ist, ins Ausprobieren zu kommen, mit konkreten Anwendungsfällen zu starten und die regionalen Unterstützungsangebote zu nutzen. KI-Transformation funktioniert nur, wenn Beschäftigte eingebunden werden. 

Ausstellung mit KI-Demonstratoren

Zu Beginn des Abends führte networkING Woman über die begleitenden Mini-Messe mit KI-Anwendungen und Ständen regionaler Projektpartner. Vom VR-Schweißtraining von TKMS über den hundeähnliche Laufroboter Spot von Boston Dynamics bis hin zum Pflegeroboter sorgten die Technologien für Gesprächsstoff. Beim anschließenden Get-together bot sich weiterer Raum für Austausch und Vernetzung.

Fachliche Begleitung durch das VDI Technologiezentrum

Der Diskussionsabend ist Teil der bundesweiten KI-Transferveranstaltungsreihe „Künstliche Intelligenz nutzen! Potenziale für Betriebe in ihren Regionen, die das VDI Technologiezentrum im Auftrag der Plattform Lernende Systeme (PLS) für das Bundesministerium Forschung, Technologie und Raumfahrt durchführt. Ziel ist es, regionale Akteure zu vernetzen und Unternehmen – insbesondere KMU – dabei zu unterstützen, KI konkret zu verstehen und in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren.

Die nächste Veranstaltung findet am 17. September in Mainz statt.