Handlungsempfehlungen zum Advanced Materials Act an die EU-Kommission übergeben
Am 9. Juni übergaben führende deutsche Verbände aus Industrie und Forschung ihre gemeinsamen Handlungsempfehlungen zum geplanten Advanced Materials Act (AMA) an die Europäische Kommission.

Das Inputpapier ist das Ergebnis des nationalen Branchendialogs für Advanced Materials, der vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) initiiert wurde – unter Mitwirkung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Das VDI Technologiezentrum hat den Dialog im Auftrag des BMFTR koordiniert und inhaltlich begleitet – und damit Akteure aus Industrie, Forschung und Verbänden zu einer gemeinsamen Position zusammengeführt: VDA, VCI, VDMA, VDI, DECHEMA, WDK, BAM und DGM repräsentieren die Breite der deutschen Materialwirtschaft und sprechen hier mit einer Stimme.
Die zentralen Botschaften an die EU
- Innovationskette von TRL 5–9 lückenlos fördern
- Europäische Materialdateninfrastruktur aufbauen
- Risikobasiert regulieren – Regulatory Sandboxes einführen
- Green Public Procurement als Nachfragehebel nutzen
- Bürokratie abbauen – Once-Only-Prinzip umsetzen
Die übergeordnete Forderung ist eindeutig: Der AMA muss eine Beschleunigungsinitiative sein, keine neue Regulierungsschicht.
Inputpapier Advanced Materials Act
Hintergrund
Hochleistungslegierungen in Windturbinen, Elektrodenmaterialien in Batterien, biokompatible Implantate, Halbleitersubstrate für KI – Advanced Materials sind die unsichtbare Grundlage nahezu jeder industriellen Transformation. Ohne fortschrittliche Werkstoffe gibt es keine Energiewende, keine Digitalisierung und keine strategische Souveränität Europas.
Der von der Europäischen Kommission für Ende 2026 angekündigte AMA soll den europäischen Rahmen für Entwicklung, Skalierung und Markteinführung dieser Werkstoffe maßgeblich prägen. Mit dem koordinierten Input trägt der Branchendialog dazu bei, dass Deutschland nicht nur Adressat, sondern Mitgestalter des künftigen EU-Rechtsrahmens wird.