Photonische „Point of care“-Technologien für Notfallpraxis, Homecare und Umweltanalytik

Neue Fördermaßnahme vom BMBF veröffentlicht.

Meldung vom 14. Mai 2014 aus dem Bereich Forschungsförderung. Kategorien sind Optische Technologien und Nanotechnologie. Quelle: VDI Technologiezentrum GmbH

Mikroskopanordnung zur Laserfluoreszenzspektroskopie. Das grüne Laserlicht dient dazu, den Zustand bst. Markierungsstoffe auszulesen u. Informationen über die untersuchte Gewebeprobe zu gewinnen, die normale Mikroskope nicht liefern. (Bild: IPHT/Döring)

Die Sicherung einer bezahlbaren Gesundheitsversorgung und einer sauberen Umwelt zählen zu den vordringlichsten Aufgaben des Staates. Diese Aufgabe wird in Zukunft noch erheblich an Bedeutung gewinnen. Gründe dafür sind die Zunahme von Volkskrankheiten u.a. aufgrund des demografischen Wandels sowie die Umweltbelastung infolge der zunehmenden Industrialisierung.

Die Forschungsaktivitäten der letzten Jahre haben gezeigt, dass Systeme, die auf photonischen Verfahren basieren, das Potenzial besitzen, Gesundheits- und Umweltdaten schnell, flexibel und genau zu erfassen. Daher ist die Photonik schon heute ein unverzichtbarer Bestandteil von Messverfahren in Medizin, Umweltanalytik, Biotechnologie und Lebensmittelkontrolle und hat in Deutschland eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung.

Viele photonische Verfahren sind erforscht und werden z.B. stationär in einzelnen Laboren erfolgreich eingesetzt. Um den Anwendungsbereich dieser Verfahren für eine Vor-Ort-Analytik zu erweitern, sind jedoch in vielen Fällen mobile, im Idealfall miniaturisierte Systeme erforderlich. Solche Systeme wären z.B. in der Notfallmedizin, in Krankenhäusern, in Arztpraxen und im Homecare-Bereich von großem Nutzen. Solche Systeme eignen sich zum flächendeckenden Umweltmonitoring beispielsweise bei der Detektion von Schadstoffen in Luft, Trink- und Abwasser sowie bei Bodenkontaminationen.

Ein wichtiger Aspekt ist die Verfügbarkeit von schnellen und sensitiven Analyseverfahren, die zeitnah zuverlässige Ergebnisse z.B. über Vitalparameter, chemische Zusammensetzungen oder die Konzentration spezifischer anorganischer oder organischer Partikel noch vor-Ort liefern.

Neben der Kombination mit Verfahren aus anderen Technologiebereichen aus der Biochemie, Nanotechnologie, Mikrofluidik und Informationstechnologie, eröffnet die Miniaturisierung von aktiven und passiven Komponenten sowie die Automatisierung von Verfahren der photonisch basierten Vor-Ort-Analytik neue Anwendungsfelder und liefert die technologischen Grundlagen, entsprechende Systeme kostengünstig herzustellen.

Um das Potenzial dieser Verfahren besser auszuschöpfen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am 2. Mai 2014 Richtlinien zur Förderung der „Vor-Ort-Analytik mit photonischen Verfahren für den Einsatz in den Lebenswissenschaften“ veröffentlicht. Damit sollen anwendungsorientierte Forschungsaktivitäten, die den Transfer vom Labor in die Anwendungsbereiche beschleunigen, und Arbeiten zu neuen und verbesserten Lösungen gegenwärtiger und künftiger Problemstellungen in den Bereichen Medizin, Umwelt- und Lebensmittelanalytik sowie Biotechnologie unterstützt werden.

Skizzen können vom 02. 05. 2014 bis zum 31.07.2014 bei uns eingereicht werden. Skizzen-Vorlagen finden Sie unter http://www.photonikforschung.de/skizzen. Bitte achten Sie auf die Vorgaben der BMBF-Bekanntmachung.

Die rechtlich geltende Bekanntmachung finden Sie unter diesem Link auf der Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Tags: Umwelt, Analytik, Umweltanalytik, Umweltmonitoring, Sensorik, Messtechnik, Vor-Ort-Analytik, Detektion, Medizin, Biophotonik, Biotechnologie, Biochemie, Mikrofluidik, Gesundheitsversorgung, Homecare, Lebenswissenschaften, Point of Care, BMBF