Ohne Mittelstand keine Industrie 4.0

Netzwerktreffen für KMU und I 4.0-Testumgebungen am 26. September 2017 im Maritim Hotel Düsseldorf

Meldung vom 12. Oktober 2017. Kategorie ist Zukunftsforschung. Quelle: VDI TZ

Team der Kontakt- und Koordinierungsstelle I4KMU: Michael Luckert (IFF), Maria Tzempetonidou (IFF), David Görzig (IFF), Dr. Anette Braun (VDI TZ), Dirk Günther (PT-SW), Alexandra Mateica (IFF) (v.l.n.r.) (Bildquelle: VDI TZ)

Am 26. September 2017 lud die Kontakt- und Koordinierungsstelle I4KMU interessierte Forschungsinstitute und Mediatoren zum Netzwerktreffen der Industrie 4.0-Testumgebungen ins Maritim Hotel Düsseldorf ein. Bereits zu Beginn der Veranstaltung wurde deutlich, dass die Kooperation von Transfergebern und KMU immer besser wird, aber weiterhin herausfordernd bleibt. Die angeregten Diskussionen der rund 50 Gäste aus Forschung und Industrie verdeutlichten die Brisanz des Themas für beide Seiten.

Industrie 4.0 bleibt ein Dauerbrenner
Keynotespeaker Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Leiter Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation (IOSB-INA), erläuterte anschaulich am Beispiel der SmartFactory OWL in Lemgo, wie Industrie 4.0 erlebbar gemacht wird. Jasperneite hielt fest, dass bereits viele I 4.0-Unterstützungsangebote vorhanden seien, zahlreiche KMU aber noch nicht erreicht würden, da viele sich noch nicht intensiv genug mit Digitalisierungsoptionen auseinandergesetzt hätten. Die Zustimmung unter den Zuhörerinnen und Zuhörern sowie die anschließende intensive Diskussion verdeutlichten, dass sowohl von Seiten der KMU als auch der I 4.0-Testumgebungen Optimierungspotenziale in der Zusammenarbeit bestehen.

Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung war, Möglichkeiten und Potenziale für KMU und Testumgebungen vorzustellen und aufzuzeigen. David Görzig, Projektleiter der Nationalen Kontakt- und Koordinierungsstelle I4KMU, erläuterte die Grundsätze der Fördermaßnahme „Industrie 4.0-Testumgebungen – Mobilisierung von KMU für Industrie 4.0“ und gab Informationen zu den Projektabläufen innerhalb der Fördermaßnahme.

Um noch mehr KMU an die Digitalisierung heran zu führen und mit der BMBF-Fördermaßnahme  zu erreichen, gab Frau Dr. Anette Braun aus der Kontakt- und Koordinierungsstelle I4KMU einige Tipps zur Antragstellung. Dabei appellierte sie an die Verständlichkeit der Antragsskizze und den Neuheitsgrad des Vorhabens. Auch die Qualifikation des KMU, ein realistischer Arbeits-, Finanz- und Verwertungsplan, die Darstellung einer klaren Aufgabenteilung zwischen KMU und Testumgebung sowie die Darstellung der Marktaussichten seien sehr wichtig. Kay Surdyk vom VDI Zentrum für Ressourceneffizienz stellte mit den Ergebnissen der Studie „Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0 – Potenziale für KMU des verarbeitenden Gewerbes“ dar und betonte, dass sich viele KMU in Deutschland noch am Beginn des digitalen Transformationsprozesses befinden.

I4KMU in der Praxis
Den zweiten Teil der Veranstaltungen bildeten Kurzvorträge zu I 4.0-Projekten in Deutschland. Im Projekt ACTOS beispielsweise entwickelt die Armbruster Engineering GmbH & Co. KG ein Verfahren zur intuitiven Bedienung von Assistenzsystemen und automatisierter Auswertung von Arbeitsschritten durch den Einsatz von Tiefensensoren. Unter dem Slogan 'Einfach sicher fühlen' entwickelt die KUNDO xT GmbH im Projekt baseCON_Test Testunterstützungen von IP-kompatiblen, gewerkeübergreifenden Gebäudeautomatisierungslösungen der baseCon-Produktentwicklung der KUNDO xT GmbH. Weitere Projekte, die sich vorstellten, waren das Projekt DigiSaw, ein digitaler Werkzeugklon zur ganzheitlichen Vernetzung des Werkzeuglebenszyklus von Sägeapplikationen, entwickelt von der Kohnle GmbH in Kooperation mit dem Fraunhofer IPA als Testumgebung, und das Projekt FAST 4.0, ein Verfahren zur Fabrikanalyse und –steuerung der GTT Gesellschaft für Technologie Transfer mbH. Den Abschluss der Vortragsreihe bildete die Vorstellung des Projekts INAN, in dessen Rahmen die MSF-Vathauer Antriebstechnik GmbH & Co KG die Interoperabilität von Antriebskomponenten mit Industrie 4.0-Anwendungen untersucht.

Über die Kontakt- und Koordinierungsstelle I4KMU
Die Nationale Kontakt- & Koordinierungsstelle „Industrie 4.0-Testumgebungen für KMU – I4KMU“ ist ein 12-köpfiges Team, das die wissenschaftliche Kompetenz einer der bundesweit führenden Technischen Universitäten mit langjähriger wirtschaftsnaher Ingenieurserfahrung vereint und KMU auf dem Weg in das digitale Industriezeitalter begleitet. Das Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb (IFF) der Universität Stuttgart und deren Partner die VDI Technologiezentrum GmbH (VDI TZ) unterstützen und begleiten Förderinteressenten durch alle Phasen der BMBF-Fördermaßnahme „Industrie 4.0-Testumgebungen – Mobilisierung von KMU für Industrie 4.0“.

Tags: Industrie 4.0, KMU, Digitalisierung, BMBF