Lichtphysiker erhält Nobelpreis für Chemie

Arbeiten des Göttinger Forschers Stefan Hell vom Bundesforschungsministerium gefördert

Meldung vom 09. Oktober 2014 aus dem Bereich Forschungsförderung. Kategorien sind Optische Technologien, Nanotechnologie und Projektträgerschaft. Quelle: VDI Technologiezentrum GmbH

Stefan Hell erhält den Nobelpreis Chemie 2014. (Bild: Bernd Schuller / Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie)

Der Göttinger Physiker Stefan W. Hell erhält den Nobelpreis für Chemie 2014 mit zwei weiteren Forschern aus den USA für seine „bahnbrechenden Entwicklungen zur Fluoreszenzmikroskopie mit Nanometerauflösung“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Hells Arbeiten im Rahmen des Programms „Photonik Forschung Deutschland“ und „WING - Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft“. Wir betreuen die Förderprogramme im Auftrag des BMBF als Projektträger für Photonik sowie für Werkstoff- und Nanotechnologien.

Sascha Hermann, Geschäftsführer des VDI Technologiezentrums: „Ein starkes Zeichen für deutsche Forschung und Entwicklung! Ich beglückwünsche den Preisträger Stefan Hell zu dieser wichtigen Auszeichnung. Grundstein für seine exzellente Arbeit ist auch die gezielte öffentliche Projektförderung. Als Projektträger des BMBF betreuen wir die Schlüsseltechnologien, insbesondere die Photonik, bereits seit über 30 Jahren. Wir freuen uns darüber, dass die von uns begleiteten Forschungsarbeiten weltweit höchste Anerkennung erfahren.“

Prof. Stefan W. Hell vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen wurde von der Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit Eric Betzig (Janelia Farm Research Campus, Howard Hughes Medical Institute, Ashburn USA) und William E. Moerner (Stanford University, Stanford, USA) für die hochauflösende Mikroskopie, auch bekannt als Nanoskopie, ausgezeichnet.

Der Physiker Hell hat einen Weg gefunden, die 1873 von Ernst Abbe formulierte und bislang als unumstößliche Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen radikal zu unterlaufen. Sie besagt, dass Objekte, die enger als 200 Millionstel Millimeter nebeneinander liegen, im Bild nicht mehr unterschieden werden können. Grund dafür ist die Wellennatur des Lichts, dessen halbe Wellenlänge in etwa diesen 200 Nanometern entspricht.

Bei der von Hell erfundenen und zur Anwendungsreife entwickelten STED-Mikroskopie (das Kürzel steht für Stimulated Emission Depletion – stimulierte Emissions-Löschung) ist die Auflösung nicht länger durch die Lichtwellenlänge begrenzt. Dadurch ist es erstmals möglich, Strukturen in einer Zelle mit einer heute bis zu zehnmal besseren Detailschärfe im Vergleich zu herkömmlichen Fluoreszenzmikroskopen zu beobachten. In der Erforschung von Krankheiten oder der Entwicklung von Medikamenten biete die STED-Mikroskopie reichlich Potenzial.

VDI-Mitglied Hell ist seit 2002 Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. Geboren 1962 im rumänischen Banat, studierte er Physik an der Universität Heidelberg, wo er auch promovierte. Der Nobelpreis ist mit umgerechnet 880.000 Euro (8 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert und wird wie jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, in Stockholm verliehen. 

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