Impfen ohne Injektionsnadel

Nadelfreies Impfsystem "BioInjekt"

Meldung vom 31. März 2015 aus dem Bereich Forschungsförderung. Kategorien sind Nanotechnologie, Material & Werkstoffe, Projektträgerschaft und Gesundheitswirtschaft. Quelle: VDI TZ

Impfen mit Nadel könnte bald der Vergangenheit angehören. Bild: Fotolia / © sharryfoto

„Nur ein kleiner Piekser und dann bekommst du einen Lutscher“, diese Worte beim Kinderarzt könnten bald passé sein, denn der erste Prototyp eines nadelfreien Impfsystems wurde in Berlin vorgestellt. Verantwortlich dafür zeichnet sich das Projekt „BioInjekt“, das wir im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) als Projektträger betreuen.

Vorteile von nadelfreien Impfsystemen

Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka zeigte sich erfreut über diesen Fortschritt und seine Bedeutung für die moderne Medizin: „Die nadelfreie Injektion nimmt die Scheu, erleichtert die Handhabung und kann so im Kampf gegen Krankheiten helfen." Statt der Nadel wurden zwei Systeme entwickelt, die flüssige und feste Impfstoffe unter die Haut bringen können. Doch nicht nur die einfache Handhabung, auch die kostengünstige Produktion der Einmal-Systeme sowie ihre sofortige Anwendbarkeit (sie werden direkt mit dem Wirkstoff befüllt geliefert) sind Vorteile.

Erdacht wurde das nadelfreie Impfsystem in der Materialforschung. Diese ist sehr wichtig für Deutschland, denn neue Werkstoffe steigern die Material- und Energieeffizienz, verbessern unsere Lebensqualität und erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Innovationen durch neue Materialen sind dadurch sehr vielfältig: weniger Kraftstoffverbrauch durch leichtere Fahrzeugkarosserien bei gleichzeitig verbesserter Stabilität, weniger Arbeitsunfälle durch bessere Schutz- und Funktionskleidung sowie robustere Handys durch stoßfeste Kunststoffe und kratzresistente Oberflächen sind nur einige der Innovationen, die aus der Materialforschung kommen.

Unterstützung für die Materialforschung

Um Innovationen in diesem Feld weiter zu unterstützen, gab Wanka den Start des neuen Forschungsprogrammes „Vom Material zu Innovation“ bekannt. Es soll der Produktforschung neue Impulse geben und aktuelle Entwicklungen wie Industrie 4.0 berücksichtigen, denn immer häufiger werden computergestützte, generative Fertigungsverfahren wie der 3-D-Druck genutzt; und diese erfordern neue Materialien. „Wir müssen uns stärker bewusst werden, dass Materialforschung die Grundlage für viele Bereiche unseres Lebens ist. Produkte aus 3-D-Druckern sind nur dann von hoher Qualität, wenn auch die eingesetzten Materialien stimmen. Industrie 4.0 eröffnet völlig neue Fertigungsmöglichkeiten, stellt aber gleichzeitig ganz andere Anforderungen an die Materialien“, betont Wanka.

Weitere Informationen über die von der Bundesregierung unterstützte Forschung zu Neuen Werkstoffen und Materialien finden Sie hier.

Tags: Medizin, Nano, Impfstoff, Nanotechnologie, Nadel, Forschungsförderung, Materialforschung, Neue Werkstoffe