Gestaltung der Industrie 4.0 in der Prozessindustrie

Gemeinsames Kolloqium mit der DECHEMA

Meldung vom 26. November 2014 aus dem Bereich Innovationspolitik. Kategorien sind Studien & Analysen, Öffentlichkeitsarbeit und Elektroniksysteme. Quelle: VDI Technologiezentrum GmbH

Die offene Podiumsdiskussion ging auf die Wirkungen der Industrie 4.0 auf Arbeitswelt und Arbeitsorganisation in der Prozessindustrie ein. (Bild: Bernd Rademacher)

Am 20. November 2014 fand mit rund 80 Teilnehmern das DECHEMA-Kolloqium zum Thema "Prozessinnovationen in der zukünftigen chemischen Industrie", organisiert von uns und der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e. V. (DECHEMA), statt. Zentrales Thema der Vorträge und Diskussionen auf dem Podium und mit dem Auditorium war die Gestaltung der Industrie 4.0 in der Prozessindustrie.

Dabei ging es zunächst um grundlegende Fragenstellungen: Was bedeutet der Begriff Industrie 4.0 für die chemische Industrie? Welche Chancen und welche Herausforderungen sind hiermit verbunden? Auch wenn die Vorträge und die Diskussionen nicht auf alle Fragen umfassende, vollständige oder endgültige Antworten geben konnten, hat sich gezeigt, dass die Chemische Industrie das Thema aufgegriffen hat und die Unternehmen ihre Antworten auf die Herausforderungen der Industrie 4.0 entwickeln.

Unternehmen arbeiten zum Beispiel an Lösungen und Konzepten für eine weitergehende Digitalisierung der Produktion und Automatisierung von intelligenten Prozessanlagen. Dabei geht es auch die Nutzung der neuen Möglichkeiten durch Big Data und deren Analyse zur Optimierung, Flexibilisierung und Modularisierung der Produktion. Im Zentrum steht hier, die Prozesse von der Bestellung und Lieferung der Rohstoffe über die Fertigstellung und Auslieferung kontinuierlich und möglichst störungsfrei durchzuführen. Produktionsanlagen sollen zudem bei wechselnden Kundenaufträgen und Mengen optimal und effizient genutzt werden.

Nach einführenden Vorträgen in die Thematik von Dr. Thorsten Pötter für die NAMUR und von Dr. Matthias Meyer für das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologien IPT haben wir die Studie „Innovations- und Effizienzsprünge in der chemischen Industrie? – Wirkungen und Herausforderungen von Industrie 4.0 und Co.“ vorgestellt. Dr. Hans-Jürgen Klockner vom VCI kommentierte ausgewählte Ergebnisse der Kurzstudie und gab damit zusätzliche Impulse für die anschließende Podiumsdiskussion.

Die offene Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Leon Urbas (TU Dresden), Dr. Wilhelm Otten (Evonik Industries) und Iris Wolf (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) ging dann auf die Wirkungen der Industrie 4.0 auf Arbeitswelt und Arbeitsorganisation in der Prozessindustrie ein. Die Teilnehmer stimmten überein, dass Industrie 4.0-Konzepte ein hohes Potenzial aber auch große Herausforderungen für die chemische Industrie besitzen. Dabei besteht jedoch noch enormer Forschungsbedarf zu technologischen Anwendungen und deren Business Cases sowie zu den Wirkungen auf Beschäftige, Arbeitsorganisation und Qualifizierung.

Tags: Industrie 4.0, Prozessindustrie, DECHEMA, Chemie, chemische Industrie, Digitalisierung, intelligente Prozessanlagen, Produktion, Produktionstechnik, Automatisierung, Big Data, Modularisierung, Rohstoffe