Geschichten aus der Zukunft

BMBF-Foresight-Prozess für alle Innovationsakteure nutzbar

Meldung vom 07. Dezember 2014 aus dem Bereich Innovationsbegleitung. Kategorien sind Öffentlichkeitsarbeit, Strategieentwicklung, Zukunftsforschung und Früherkennung. Quelle: VDI Technologiezentrum GmbH

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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat „Geschichten aus der Zukunft“ als ein weiteres Ergebnis des Foresight-Prozesses (Zyklus II) veröffentlicht. Wir haben diesen Prozess in den vergangenen zweieinhalb Jahren mit Unterstützung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung als „Büro Foresight“ durchgeführt.

„Die ‚Geschichten aus der Zukunft‘ machen Herausforderungen an den Schnittstellen von gesellschaftlichen Veränderungen und technologischen Entwicklungen in zukünftig denkbaren Lebenswelten erfahrbar“, erklärte Dr. Dirk Holtmannspötter, Ansprechpartner im VDI Technologiezentrum. Der Foresight-Prozess behandelt Themen, die für Wissenschaftler, Innovationsmanager, Politikgestalter und Bürger gleichermaßen Bedeutung haben: „Werden Möbelhersteller bis zum Jahr 2030 Baukästen zusammen mit Anleitungen und Rohmaterial anbieten, damit Privatleute Möbel mit ihrem 3D-Drucker selber (aus-)bauen und gestalten können? Oder werden wir intelligente T-Shirts tragen, die eine Vielzahl von Körperfunktionen erfassen, und wie wird sich das auf die Gesundheitsvorsorge auswirken?“ Fragen wie diese und Geschichten zu fahrerlosen Taxis oder virtuellen Trödelmarktbesuchen mit Freunden in Kalifornien hat das Büro Foresight ausgearbeitet.

Das Büro Foresight hat zunächst in 60 Trendprofilen mögliche gesellschaftliche Entwicklungen beschrieben und daraus gesellschaftliche Herausforderungen bis 2030 abgeleitet. Dabei geht es beispielsweise um Bürgerbeteiligung im Forschungs- und Innovationssystem, Lernen und Arbeiten in einer smarten Welt oder neue Aufgaben zwischen Transparenz, Post-Privacy und Schutz der Privatsphäre. In den elf Feldern Biotechnologie, Dienstleistungen, Energie, Gesundheit und Ernährung, Informations- und Kommunikationstechnologie, Mobilität, Nanotechnologie, Photonik, Produktion, Zivile Sicherheitsforschung, Materialwissenschaft und Werkstofftechnik zeigte das Büro Foresight Forschungs- und Technologieperspektiven auf.

„Klar ist: In der Zukunft kann unser Alltag ganz anders aussehen und neue Technologien können ganze Wirtschaftszweige revolutionieren. Die Ergebnisse des Foresight-Prozesses geben einen ersten Eindruck, wie wir 2030 leben könnten. Strategische Vorausschau umfasst neben der Identifikation von Trends und Herausforderungen auch ihre systematische Bewertung. Es reicht also nicht aus, neue Entwicklungen einfach nur zu kennen, sondern es kommt auf die Analyse für den jeweiligen Innovationsakteur an“, sagte Holtmannspötter. Das VDI Technologiezentrum verbindet in der strategischen Vorausschau die Identifikation und Bewertung von gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen mit praktischer Umsetzung in der Innovationsbegleitung.

Mit einem Zeithorizont von bis zu 15 Jahren ist BMBF-Foresight ein strategisches Instrument zur langfristigen Vorausschau. Der Foresight-Prozess soll sowohl Orientierung und Inspiration geben als auch ein „Frühwarnsystem“ darstellen. Die Ergebnisse können für Strategieprozesse eine Diskussionsgrundlage bieten und als Prüfstein für Forschungs- und Innovationsstrategien dienen. Die VDI nachrichten haben in ihrem Artikel "Forscher wagen einen Blick in die Zukunft" ebenfalls über das Thema berichtet.

Für weitere Informationen senden Sie bitte eine E-Mail an foresight-junk@vdi.de.

Tags: Foresight, Foresightanalyse, Strategische Vorausschau, Zukunftsforschung, Zukunft, Innovation, Fraunhofer, Gesellschaft, Trend, 2030