Forschung gegen Hunger und Fehlernährung in der Welt

Innovations- und Technikanalyse zu technologischen Trends und Innovationen im Bereich Ernährung

Meldung vom 28. Juni 2013 aus dem Bereich Innovationsbegleitung. Kategorien sind Material & Werkstoffe, Studien & Analysen und Zukunftsforschung. Quelle: VDI Technologiezentrum GmbH

Cover der ZTC-Studie "Ernährung: Technologische Trends und Innovationen"

Die Zahl der Menschen auf der Welt steigt an. 2050 sollen bereits neun Milliarden Menschen auf der Erde leben. Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln nimmt zu. Was können moderne Technologien leisten, um Hunger und Fehlernährung entgegenzuwirken? Eine neue Kurzstudie „Ernährung: Technologische Trends und Innovationen“ informiert über innovative Ansätze in der molekularen Biotechnologie, der Nanotechnologie und den Informations- und Kommunikationstechnologien. Erarbeitet wurde die Studie von uns im Rahmen des Projekts „ITA-Monitoring“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde.

Derzeit leidet rund eine Milliarde Menschen – vor allem in den sich entwickelnden Ländern – an Hunger und Mangelernährung. Im Kontrast dazu nehmen der Nahrungsmittelüberfluss und die Fehlernährung in vielen reichen OECD-Ländern überhand.

Die aktuelle Studie „Ernährung: Technologische Trends und Innovationen“ zeigt Wege auf, wie durch den Einsatz von Querschnittstechnologien, wie zum Beispiel der molekularen Biotechnologie, der Nanotechnologie sowie der Informations- und Kommunikationstechnologien, neue Lösungsansätze und Innovationen entwickelt werden, die das Potenzial haben, sowohl Unter- als auch Fehlernährung entgegenzuwirken.

In der molekularen Biotechnologie kann beispielsweise die Herstellung von kultiviertem Fleisch, das im Labor aus Zellen gewonnen wird, ohne dass dafür Tiere gemästet und geschlachtet werden müssen, mittelfristig im Industriemaßstab realisiert werden. Dies kann eine Lösung für die Nahrungsmittelknappheit in weiten Teilen der Welt ermöglichen. Durch den Einsatz von Nanotechnologie ist eine erhöhte Lebensmittelsicherheit möglich, wodurch wertvolle natürliche Ressourcen eingespart werden könnten. So können zum Beispiel Lebensmittelabfälle bei der Produktion reduziert, bzw. der Anteil verdorbener Lebensmittel verringert werden. Durch Informations- und Kommunikationstechnologien eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Verbraucherorientierung, die Menschen dabei helfen, sich der Herausforderung des Nahrungsmittelüberflusses und der Fehlernährung besser informiert und gezielter zu stellen.

Die aktuelle ITA-Kurzstudie stellt im Rahmen einer Innovations- und Technikanalyse eine erste Untersuchung der Chancen und Risiken dieser Forschungsansätze dar und thematisiert offene Fragen für den weiteren Forschungsbedarf. 

Die Publikation „Ernährung: Technologische Trends und Innovationen“ erscheint als Band 96 in der ZTC-Reihe „Zukünftige Technologien“ und ist kostenfrei zu beziehen unter: www.zukuenftigetechnologien.de

Hintergrund: ITA-Monitoring

Diese Kurzstudie ist im Rahmen des Projekts „ITA-Monitoring – Identifizierung neuer Themen für die Innovations- und Technikanalyse“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erarbeitet worden. Zur Identifizierung von strategischen Themen dient ein systematischer und kontinuierlicher Auswahlprozess, der sowohl aus der Technologie- als auch aus der Bedarfsperspektive stattfindet. Beteiligt sind daran jeweils ein Projektteam des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der VDI Technologiezentrum GmbH sowie weitere Experten.

Tags: Innovations- und Technikanalyse, Innovationen im Bereich Ernährung, Technische und gesellschaftliche Entwicklung, Zukünftige Technologien (ZTC-Reihe), molekulare Biotechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologien