Zukünftige Produktion in der chemischen Industrie

Meldung vom 24. Juli 2014. Quelle: VDI Technologiezentrum GmbH

Neue Kurzexpertise des VDI Technologiezentrums (Bild: VDI TZ).

Zwar sind in der chemischen Industrie bei den Prozessinnovationen keine kurzfristigen Innovationssprünge zu erwarten, doch deuten tiefgreifende inkrementelle Innovationen auf eine „stille Revolution“ hin, die es frühzeitig zu gestalten gilt. Das ist ein Ergebnis einer neuen Kurzexpertise, mit der wir über die zukünftige Produktion der chemischen Industrie in Deutschland informieren. Die Studie wurde im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung und in Kooperation mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) erstellt.

Die Kurzstudie „Innovations- und Effizienzsprünge in der chemischen Industrie? Wirkungen und Herausforderungen von Industrie 4.0 und Co.“ strukturiert mit Fokus auf die Anwenderbranche die gegenwärtige Diskussion über die Produktion der Zukunft. „Wir haben über  60 schriftliche Quellen ausgewertet und zwölf Experten nach ihrer Einschätzung gefragt. Demnach sind in der chemischen Industrie keine Innovationssprünge sondern tiefgreifende inkrementelle Prozessinnovationen und sozio-technische Innovationen zu erwarten. Diese werden sich über mehrere Jahre bzw. Jahrzehnte entwickeln“, so der Projektleiter Dr. Norbert Malanowski.

Eine deutlich veränderte  Produktion in der chemischen Industrie mit ihren Wirkungen und Herausforderungen für Arbeit, Organisation und Qualifizierung wird laut den Ergebnissen der Kurzexpertise zu einem dauerhaften Thema für Unternehmen, Verbände, Gewerkschaften und Betriebsräte. Die Studie zeigt auch, dass es einer vertieften Forschung und einer fortschrittlichen Innovationspolitik bedarf, die sowohl technologische als auch soziale Innovationsprozesse betrachtet.

Der Begriff Industrie 4.0 spielt in der zukünftigen Produktion der chemischen Industrie weniger eine Rolle als in anderen Branchen wie dem Maschinenbau, der Automobilindustrie oder der Informations- und Kommunikationstechnik. Die anvisierten Prozessinnovationen  in der chemischen Industrie laufen unter Begriffen wie „Intelligente Fabrik“ sowie „Optimierung, Flexibilisierung, Modularisierung oder Digitalisierung der Produktion“. Im Zentrum steht hier, die Prozesse von der Bestellung und Lieferung der Rohstoffe über die Fertigstellung und Auslieferung kontinuierlich und möglichst störungsfrei durchzuführen. Produktionsanlagen sollen zudem bei wechselnden Kundenaufträgen und Mengen optimal und effizient genutzt werden.

Die Publikation steht zum Download zur Verfügung. Außerdem besteht die Möglichkeit, gedruckte Exemplare kostenfrei über uns zu beziehen.

Tags: Chemie, chemische Industrie, Innovation, Industrie 4.0, Produktion