Digitalgipfel 2017: Plattform Industrie 4.0 präsentiert 10-Punkteplan

Meldung vom 03. Juli 2017 aus dem Bereich Forschungsförderung. Kategorien sind Öffentlichkeitsarbeit und Studien & Analysen. Quelle: VDI TZ

Panel auf dem Digitalgipfel 2017 u. a. mit Staatssekretär Matthias Machnig (r.) (Bild: VDI TZ)

Welche Relevanz der vormalige Nationale IT- und jetzige Digitalgipfel mittlerweile hat, wenn es darum geht die gesellschaftliche Mammutaufgabe Digitalisierung anzugehen, verdeutlichte alleine ein Blick auf die Gästeliste. Mit 5 Bundesministern und der Bundeskanzlerin war die Politik stark vertreten. Schauplatz war am 12. und 13. Juni – stellvertretend für die Metropolregion Rhein-Neckar – Ludwigshafen. Die Plattform Industrie 4.0, dessen Berliner Geschäftsstelle die VDI Technologiezentrum GmbH gemeinsam mit der IFOK GmbH leitet, mischte fleißig mit – und legte mit dem 10-Punkteplan für Industrie 4.0 eine neue Publikation vor.

Gesundheit, Mobilität, Verwaltung: Digital ist Pflicht – nicht nur in der Industrie
Keine Branche und kein gesellschaftlicher Bereich, der sich digitalen Geschäftsmodellen, Produkten und Leistungen entziehen kann. Die Digitalisierung trifft den Kern der Gesellschaft. Bürgerinnen und Bürger müssen auf diesen Wandel vorbereitet sein – und sollen ihn mitgestalten. Das war eine der zentralen Botschaften dieses insgesamt 11. Digitalgipfels. Nicht umsonst standen mit E-Health, der Zukunft von Mobilität und der digitalen Transformation der Verwaltung Anwendungsfelder im Mittelpunkt, die ganz konkret das tägliche Leben beeinflussen und verändern. Und natürlich: Wohlstand sichert am Industriestandort Deutschland immer noch vor allem eine wettbewerbsfähige Wertschöpfungskette. Der Tenor auf dem Digitalgipfel war dabei eindeutig: Industrie 4.0 ist Realität – und will gesteuert werden.

Deutschland bei Industrie 4.0 in der Pole Position – auch dank der Plattform Industrie 4.0
Kern der Plattform Industrie 4.0-Präsenz auf dem Digitalgipfel war die Vorstellung eines neuen 10-Punkteplans. Nach 2-jähriger Arbeit der Plattformgremien ist der Plan ein echter Meilenstein, bündelt er doch alle bisherigen Erkenntnisse, formuliert Handlungsempfehlungen und bildet gleichzeitig den Kompass für die zukünftige Arbeit der Plattform. Darunter befinden sich etwa die geplante Installierung eines Transfer-Netzwerks für KMU bzw. die Einrichtung von Testbeds sowie der von Deutschland aus gesteuerte Export von globalen Industriestandards Marke 4.0. Stichwort KMU: Um Mittelständler noch gezielter zu erreichen, will die Plattform zukünftig noch stärker auf Multiplikatoren aus der regionalen Wirtschaft bauen und einen (auch sprachlich angepassten) Wissenstransfer von der Strategie- auf die Anwenderebene sicherstellen. Auf einem Panel im Plenumssaal diskutierten dazu Plattformvertreter aus den Arbeitsgruppen u. a. zusammen mit dem Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Matthias Machnig (BMWi).

Deutlich wurde in Bezug auf Industrie 4.0 made in Germany vor allem eines: Deutschland darf sich durchaus selbstbewusst als Vorreiter der vierten industriellen Revolution sehen und befindet sich international in einer exzellenten Position. Diese gilt es zu verteidigen und möglichst auszubauen, um weltweit in zentralen Bereichen wie Wertschöpfung, Sicherheit und der Aus- und Weiterbildung Standards setzen zu können. Digitalisierung zum Anfassen gab es auf dem Digitalgipfel auch: Die Plattform Industrie 4.0 präsentierte stellvertretend ein Exponat aus der chemischen Industrie. Das „Chemie 4.0“-Ausstellungstück von BASF, SAP, Pepperl+Fuchs, SAM-SON, Endress+Hauser und der Universität Mannheim wartet sich selbstständig und vorausschauend – die sogenannte Predictive Maintenance soll Kosten sparen und die Effizienz im Produktionsprozess steigern.

Besonders aufmerksam werden die Plattform-Vertreter das positive politische Echo zur Kenntnis genommen haben. Viele der anwesenden Minister und Staatssekretäre stellten die Arbeit der Plattform Industrie 4.0 in ihren Keynotes und während der Panels heraus. Bei Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries klang das dann bspw. so: „Deutschland ist das Industrie 4.0 Land Nr. 1 in der Welt. Diese Position wollen wir halten und ausbauen. Dafür steht der 10-Punkteplan der Plattform Industrie 4.0. Hierin werden die nächsten konkreten Schritte, die es nun braucht, aufgezeigt. Auch international treibt Deutschland den Dialog voran. Der Schulterschluss aus Wirtschaft, Verbänden, Gewerkschaften, Wissenschaft und Politik hat sich bewährt und weltweit beachtete Ergebnisse hervorgebracht. Die Arbeit der Plattform wollen wir daher zielgerichtet fortführen und ausbauen.“ (Zitat, vgl. Plattform Industrie 4.0)


Viele weitere Eindrücke zu den beiden Veranstaltungstagen bekommen Sie auch bei Twitter unter dem Hashtag #Digitalgipfel.

Den 10-Punkteplan der Plattform können Sie hier einsehen: http://www.plattform-i40.de/I40/Redaktion/DE/Downloads/Publikation/handlungsempfehlungen-10-punkteplan.html

Mehr Informationen zur Plattform-Arbeit unter: http://www.plattform-i40.de/I40/Navigation/DE/Home/home.html


Über die Plattform Industrie 4.0:

Die Plattform Industrie 4.0 ist das zentrale Netzwerk in Deutschland, um die digitale Transformation zu Industrie 4.0 voranzubringen. Die vom Bundeministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) getragene Geschäftsstelle der Plattform Industrie 4.0, wird seit 2015 von der VDI Technologiezentrum GmbH (VDI TZ) gemeinsam mit dem Partner IFOK GmbH geführt. Die Technologieberater der VDI TZ sind auch in 4 der 5 Arbeitsgruppen (Referenzarchitekturen, Standards und Normung; Forschung und Innovation; Sicherheit vernetzter Systeme; Rechtliche Rahmenbedingungen) der Plattform Industrie 4.0 vertreten.

Tags: Industrie 4.0, Plattform, KMU, Digitalisierung