Optische Technologien
Dem Photon (umgangssprachlich „Lichtteilchen“) hat sich in Deutschland ein eigener, hoch spezialisierter Industriezweig gewidmet, der zu einem bedeutenden Motor der Wirtschaft herangewachsen ist. Die Photonik in Deutschland umfasst dabei unterschiedliche Technologiebereiche: Lasertechnik, Biophotonik, Kommunikationstechnik, Leuchtdioden (LED), Messtechnik mit Sensorik und Analytik, Optik und Optikkomponenten, Plasmatechnik, sowie das Gebiet der organischen Elektronik mit den Feldern organische Leuchtdioden (OLED), organische Displays oder organische Photovoltaik (OPV). Viel bedeutender ist jedoch die Nutzung des Potenzials der Photonik. Als Schlüsseltechnologie kann sie Antworten auf die wichtigen Probleme der Gegenwart und der Zukunft geben. Ob im wichtigen Bereich der Energie und Umwelt, in der Produktion, in Fragen der Mobilität, in der Informationsgesellschaft oder der Medizintechnik: Die Photonik bietet neue, innovative Lösungen. Dabei sind die Grenzen der technischen Möglichkeiten noch längst nicht ausgeschöpft. Selbst in absoluten Spitzenfeldern wie der Lasertechnik sind erst höchstens 20 Prozent der möglichen Anwendungen erschlossen!
Deutschland gehört auf dem Gebiet der Photonik zu den führenden Nationen. Die Photonik-Branche passt zu Deutschland: Die deutsche Wirtschaft kann ihre Stärken gut ausspielen, da es gelingt, die gesamte Innovations- und Wertschöpfungskette auf international führendem Niveau abzubilden. Neben großen Global Playern wird der Wirtschaftszweig in Deutschland überwiegend von hochinnovativen Klein- und Mittelständischen Unternehmen (KMU) geprägt. Unternehmen von Weltruf arbeiten Hand in Hand mit kleinen Unternehmen.
Um im globalen Wettbewerb auch weiterhin an der Spitze dieser Schlüsseltechnologie zu bleiben und den Wirtschaftsstandort Deutschland sichern zu können, empfiehlt die Initiative Photonik 2020, zu der sich führende Repräsentanten der Photonik-Branche zusammengeschlossen haben, die Fortsetzung der gemeinsamen Anstrengungen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Das Memorandum „Photonik 2020 – Lösungen aus Licht“ wurde der Öffentlichkeit erstmals am 15. Juni 2009 auf der Fachmesse „Laser. World of Photonics“ präsentiert. Mit ihm forciert die Initiative einen Prozess, der die Photonik als wichtige deutsche Hightech-Branche in die Zukunft führen soll.
„Um das Photon zum Innovationstreiber Nummer eins zu machen und damit den Standort langfristig zu sichern, muss weiterhin in Forschung, Entwicklung und Strukturen investiert werden,“ erläutert die Initiative in ihrem Memorandum. Dass das Potenzial hierzu vorhanden ist, zeigen die angekündigten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen deutscher Unternehmen von circa 20 Milliarden Euro in den kommenden zehn Jahren und das hohe Engagement in dreistelliger Millionenhöhe in strategisch angelegten Innovationsclustern. „Der Anspruch Deutschlands auch zukünftig zu den wirtschaftsstärksten Nationen zu zählen und so den Wohlstand unserer Gesellschaft zu sichern, wird nicht ohne eine starke Position in der Photonik zu erreichen sein“, so das Fazit der Initiative.
Im März 2010 hat schließlich auf der Messe Berlin der Strategieprozess „Photonik 2020“ statt gefunden, der die Weichen für die Photonik in der nächsten Dekade in Deutschland stellen soll. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte die Durchführung des Strategieprozesses, der inhaltlich unter der Verantwortung des industriegeführten Programmausschusses steht. Über 250 führende Photonik-Experten kamen an diesem Tag zusammen, um gemeinsam Lösungen auf die drängenden Fragen der gesellschaftlichen und umweltpolitischen Herausforderungen unserer Zeit zu finden, und eine Zukunftsstrategie zur Erschließung des Rohstoffes Licht zu entwickeln.
Seit mehr als 15 Jahren sind wir als Projektträger im Auftrag und mit Unterstützung des BMBF zentraler Ansprechpartner für die Projektförderung und den Technologietransfer im Bereich der Optischen Technologien. Das Aufgabenspektrum erstreckt sich von der Planung, Beurteilung, Ablaufverfolgung, Steuerung und Mitwirkung bei der Erfolgskontrolle der Einzelvorhaben bis zur Mitarbeit bei der Programmentwicklung und Programmbegleitung.
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