BMBF-Förderinitiative NanoforLife
ACTIOL - Intraokularlinsen mit optisch getriggerter Wirkstofffreisetzung und optisch adaptierbarer Brechkraft
Partner:
Philipps-Universität Marburg, Dr. Schmidt Intraocularlinsen GmbH, Bayeri-sches Laserzentrum GmbH
Die als „Grauer Star“ (Katarakt) bezeichnete Eintrübung der Augenlinse wird durch Entfernen der natürlichen Linse und Implantation einer künstlichen Intraokularlinse behandelt. Jährlich werden allein in Deutschland 600.000 Katarakt-Operationen durchgeführt. Eine der häufigsten Komplikationen nach dem Einsetzen einer Intra-okularlinse ist die Bildung des sog. „Nachstars“, die durch Wachstum von Linsene-pithelzellen im Kapselsack verursacht wird (30-50 % innerhalb der ersten 5 Jahre nach der Operation). Bei der derzeit üblichen Behandlungsmethode (Laserkapsulo-tomie mit einem YAG-Laser) kommt es - neben anderen Komplikationen - in 2,5 % der Fälle zu einer Netzhautablösung. Außerdem ist es schwierig, präoperativ die notwendige Brechkraft der zu implantierenden Intraokularlinse exakt zu berechnen, so dass u.a. Abweichungen der Brennweite von bis zu einer Dioptrie nicht vermeid-bar sind.
Ziel des Projekts ACTIOL ist die Entwicklung neuer polymerer Intraocularlinsen, die mit Wirkstoffen zur Behandlung des Nachstars beladen sind. Diese Wirkstoffe kön-nen photochemisch bei Bedarf freigesetzt werden, so dass eine Behandlung des Nachstars wesentlich vereinfacht wird. Damit kann die Rate der Laserkapsulotomien im Nachgang einer Intraokularlinsen-Implantation gesenkt und die Zahl der damit verbundenen Komplikationen vermindert werden. Im Rahmen des Projektes werden auch neue Linsenmaterialien entwickelt und erprobt, die es erlauben die Abbildungs-leistung der implantierten Intraokularlinse post-operativ und nicht-invasiv mittels Licht zu korrigieren und so eine nachträgliche Anpassung individuell zu ermöglichen.
ACTIOL wird vom BMBF mit 1,37 Mio. Euro gefördert, weitere 0,91 Mio. Euro bringt das Konsortium auf. Koordiniert wird das dreijährige Projekt von der Philipps-Universität Marburg.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Norbert Hampp
E-Mail
Philipps-Universität Marburg







